Umzug
Kurze Notiz: weitere Aktivitäten des Bildungsstreikbündnisses Leipzig kann man nun unter der neuen Adresse http://www.bildungsstreik-leipzig.de verfolgen.
Kurze Notiz: weitere Aktivitäten des Bildungsstreikbündnisses Leipzig kann man nun unter der neuen Adresse http://www.bildungsstreik-leipzig.de verfolgen.
… wird in zunehmend größeren Abständen von statten gehen, da man sich jetzt wieder dem “Kernprotest” widmen kann - dort ist natürlich jeder Neuankömmling willkommen.
Damit letzten Endes nicht das komplette Wiki hier nochmal abgebildet werden muss, wo auch zahlreiche Termine verzeichnet sind, hier der Link des BILDUNGSDISKURSES LEIPZIG. Es wurden schon einige Veranstaltungen mit hochrangigen Politikern vollzogen, damit wurde der Dialog aber nicht beendet, sondern er sollte damit geöffnet werden, in der Hoffnung, dass sich viele StudentINen daran beteiligen werden. Wer also etwas an seinem Studium kritikwürdig findet, kann dies in diesen Kreisen zur Sprache bringen und wird sicherlich auf offene Ohren stoßen.
Liebe Mitstreikenden,
Das im Bildungsstreik erreichte Potential, das Bewusstsein um die artikulierten Probleme die uns selbst und Andere am Bildungssystem beteiligten betreffen und die geschaffene Vernetzung wollen wir nicht versickern lassen!
Auch zu Beginn des nächsten Semesters, bzw. nach dem Ende der Sommerpause stehen allerlei einschlägige Ereignisse gesellschaftspolitischer Natur an. Zu nennen sind die Global Week of Action, die Landtagswahl in Sachsen Ende August und die Bundestagswahl Ende September.
Die sich eröffnenden Möglichkeiten die entsprechenden Handlungspotentiale zu nutzen können bereits jetzt diskutiert und vorbereitet werden. Nicht nur angesichts benannter Ereignisse, auch sonst sind die von einer enormen Anzahl Menschen geforderten Änderungen im Bildungssystem noch nicht eingelöst wurden. Auch von uns sollen neue Plattformen, Aktionen und Diskussionsrunden geplant und geschaffen werden!
Dazu wird – diesmal mit aller Gelassenheit – zum gemeinschaftlichen Streikgrillen aufgerufen.
Das gemütliche Beisammensein können wir nutzen informell und ohne den Druck kurz bevorstehender Ereignisse über bestehende Probleme zu diskutieren und Herangehensweisen zu entwickeln und um die Vernetzung aufrecht zu erhalten und zu erweitern.
Alle sind eingeladen!
Ein fester Termin, alle 15 Tage (!), also alternierend durch alle Wochentage
am Pavillon im Clara Park, immer 19 Uhr.
Für den 29 Juni ist bereits für Grill und Decken Sorge getragen, Kulinarisches und Getränke wären noch mitzubringen.
Zur Erleichterung die ersten Termine…
Mo.: 29. Juni
Di.: 14. Juli
Mi.: 29. Juli
Do.: 13. August
Fr.: 28. August
Sa.: 12. September
19.00 Uhr, Clara Park am Pavillon
Beste Grüße
Thomas,
und die Teilnehmer vom Freitagsplenum (Bildungsstreik)
Demoteilnehmer:
Gewerkschaften waren u.a. vertreten: ver.di, GEW, DGB Jugend, FAU
weiterhin Netzwerke, wie z.B. ATTAC sowie
Politische Jugend- und Studentenorganisationen, welche sich an der Demonstration beteiligten. Ebenso gebührt den mitdemonstrierenden SchülerInnen, StudentInnen und weiteren Individuen Dank für Ihre Solidarität.
( Ohne Garantie auf Vollständigkeit )
Politische Gruppen:
Zur Information und Politisierung der Studenten hier noch ein paar Links bzw Infos.
Nachrichten:
Mittlerweile gibt es zahlreiche Berichte über den Bildungsstreik, einer der gelungeneren Beiträge dürfte der von Spiegel Online sein. Speziell zu Leipzig, berichtet die LVZ in gewohnt teilnahmsloser Weise, lässt aber glücklicherweise die unter Umständen negativen Aspekte direkt NACH der Demo weg. Dann gibt es noch ein recht knackiges Resümee auf den Leipzig-Seiten. Die Tagesschau hat sich noch Mühe gegeben. Weiter Links als Auflistung:
Bilder, Videos:

ZDF-Bericht …
Die Bildungsstreik-Demo am Mittwoch, 17.06. - Privataufnahmen - wer sich durch das Video in irgendeiner Weise angegriffen fühlt, der melde es dem Einsteller.
Mitschnitt vom Sachsenspiegel, zum Streik an der Max-Klinger-Schule, mehr Infos zu den leider schon vergangenen Workshops und den Forderungen, auf deren Blog !
“Timmermann for president”, eine kleine Satire zum Thema Studiengebühren, eine ähnliche Ansprache gabs vorm BVerwG, die war aber (technisch) qualitativ schlechter.
Deutschland vor dem ersten massenhaften Bildungsstreik von Studierenden und SchülerInnen (15-19.06.09)
11.06.09, Berlin: Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik sind SchülerInnen und Studierende über die katastrophalen Studien- und Schulbedingungen so entsetzt, dass sie gemeinsam mit mindestens 150.000 Menschen ihrer Wut Ausdruck verleihen. Über 70 lokale Bündnisse beteiligen sich am Bildungsstreik, 230 Organisationen und Strukturen unterstützen den Aufruf. Am 17. Juni wird es deutschlandweit Demonstrationen geben. Die ganze Woche vom 15-19.06 wird mit Aktionen, Protest und inhaltlicher Auseinandersetzung gefüllt werden. Außerdem wird es öffentlich wirksame Aktionen des zivilen Ungehorsames geben, welche zu einem unbequemen Streik für die Verantwortlichen in der Bildungspolitik führen wird und real eine Umsetzung von einzelnen Forderungen mit sich bringt.
Das Konjunkturprogramm II und der neuste Bund-Länder-Pakt für Hochschule und Forschung sind eine Provokation gegenüber Studierende und SchülerInnen, weil deren Situation komplett missachtet und unberücksichtigt bleibt. ?Das meiste Geld fließt in Elite-Unis, außeruniversitäre Forschung und in eine viel zu geringe Aufstockung der Studienplätze, das nützt uns erst mal gar nichts? so Oskar Stolz, Aktivist im Bildungsstreik an der Humboldt Uni Berlin. Für die Wirtschaft stellt die große Koalition binnen weniger Wochen hunderte Milliarden zur Verfügung, für die Bildung 18 Mrd. und diese unter Haushaltsvorbehalt und bis 2019 angesetzt. ?Der Bildungsstreik ist Ausdruck dieses grundsätzlichen Konflikts? sagt Oskar Stolz weiter.
SchülerInnen und Studierende haben deshalb einen ganzheitlichen Ansatz, Schule und Hochschule an Haupt- und Glieder radikal zu reformieren (vgl. Forderungen: www.bildungsstreik2009.de). Die Studierenden, Schüler und Schülerinnen sind nicht allein im Bildungsstreik. Sie werden von Eltern und Lehrenden bereits unterstützt und auch Gewerkschaften unterstützen den Bildungsstreik (DGB Jugend, ver.di, GEW und IG-Metall-Gliederungen). Dass der Vorsitzende von ver.di, Frank Bsirske, die öffentliche Debatte mit eröffnet, sehen wir als gelungenes Zeichen. Auch wir erklären uns solidarisch mit den streikenden Kita-ErzieherInnen.
Die Sozial- und Krisenproteste stehen uns im Streik bei. Wir hoffen auf eine öffentliche Debatte, in der eine kontroverse Auseinandersetzung über die Bildungspolitik entsteht so Silvia Gruß, Mitorganisatorin des Bildungsstreiks, weiter: Am 19. Juni wird der Bologna Prozess 10 Jahre alt. Wir feiern mit und sagen: Abschaffung von Bachelor und Master in der derzeitigen Form.
Am gestrigen Mittwoch ließen Studierende und SchülerInnen ihre Bildungsträume in die Luft gehen. Auf gelben Ballons mit dem Aufdruck “Bundesweiter Bildungsstreik 17. Juni 2009 - Freie Bildung für alle” notierten sie ihre Bildungsträume und ließen sie platzen oder verfassten Karten mit konkreten Wünschen zur Verbesserung des Bildungssystems und ließen sie steigen.
Die Aktion fand in vielen Städten und Gemeinden statt, darunter Köln, Bochum, Dortmund, Marburg, Göttingen, Berlin, Sigmaringen, Mainz, Trier, Augsburg, Regensburg, Hildesheim und Bonn. Somit senden die TeilnehmerInnen des Bildungsstreiks bereits/wieder/erneut ein gemeinsames Zeichen.
Da leider wie auch in früheren Bildungsprotesten mit Repressionen gegen TeilnehmerInnen gerechnet werden muss, fordert die Projektgruppe Bildungsstreik die Polizei und Dozierende, und speziell LeherInnen, auf, Menschen die Wahrnehmung ihrer Demonstrationsfreiheit nicht zu erschweren.
Weltweit ist Bildung im Wandel: Das Ideal einer zur kritischen Reflexion befähigenden, emanzipatorischen Bildung wird zurückgedrängt. Stattdessen wird Bildung den Bedürfnissen des Marktes angepasst und damit selbst mehr und mehr zur Ware. Global sind es Verträge zwischen den „Industrienationen“ wie die GATS-Verträge und in Europa der sogenannte „Bologna-Prozess“, die den Kern solcher Reformen bilden. Auch für Lernende und Lehrende in Leipzig führen diese Entwicklungen zu einer weiteren Verschlechterung der Bildungssituation. LehrerInnen- und Ausbildungsplatzmangel, Leistungsdruck und Lernzwang, prekäre Beschäftigung und gravierende Umsetzungsschwierigkeiten bei den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen sind nur wenige Beispiele für Defizite im Bildungsbereich, die alle betreffen, von der KiTa über die Schule und Hochschule bis in die Ausbildungsstätten und Betriebe. Doch es regt sich Widerstand, wie Protestaktionen an Hochschulen und Schulen, in KiTas und Betrieben bundes- und weltweit zeigen.
In diesem Zusammenhang steht der bundesweite Bildungsstreik vom 15. bis 19. Juni 2009, an dem wir uns beteiligen!
Wir fordern daher für die Bildung:
Soziale Öffnung
Die neoliberale gesellschaftliche Umstrukturierung lässt auch den Bereich Bildung nicht unberührt. Sie bewirkt Elitenbildung statt Chancengleichheit, Selektion statt Integration aller sowie zunehmende Bildungskosten statt eines umfassenden Rechts auf kostenlose Bildung. Diese Entwicklungen zielen nicht auf eine Öffnung von Bildung, sondern auf eine stärkere Ausgrenzung ohnehin schon benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen.
Deshalb fordern wir:
– eine kostenlose Bildung von der KiTa bis einschließlich zur Hochschule
– die soziale Absicherung aller Lernenden unter anderem durch elternunabhängiges und nichtzurückzuzahlendes Bafög, Lehr- und Lernmittelfreiheit, kostenlose Schulspeisung sowie eine existenzsichernde Mindestvergütung von Auszubildenden
– die Abschaffung jeglicher Diskriminierung, auch in ihrer institutionalisierten Form, zugunsten einer wirklichen Gleichberechtigung aller Menschen
– die Abschaffung von Bildungsbarrieren u.a. durch die Abschaffung des 3-gliedrigen
Schulsystem, aller Zugangsvoraussetzungen für Bildungsinstitutionen sowie die Schaffung
ausreichender (Aus)-Bildungsplätze
Demokratisierung
Je mehr Bildung zur Ware wird, desto mehr wird Demokratie in der Bildung auf eine Wahl zwischen gegebenen Angeboten reduziert. Mit Demokratie hat das allerdings nichts zu tun! Nur ein umfassendes und institutionalisiertes Mitspracherecht aller am Bildungssystem beteiligten Gruppen garantiert eine Demokratisierung, die diesen Namen auch verdient. Solange Demokratie an den Toren der Bildungseinrichtungen halt macht ist eine emanzipatorische Bildung nicht denkbar.
Deshalb fordern wir:
– die Demokratisierung aller Bildungsinstitutionen durch ein umfassendes, institutionalisiertes und paritätisches Mitspracherecht aller am Bildungsprozess beteiligten
– die Abschaffung aller autoritären und undemokratischen Hierarchien
– die Garantie der Meinungsfreiheit für SchülerInnen-, Studierenden- und Auszubildendenvertretungen durch ein umfassendes politisches Mandat ohne Repression
– radikaldemokratische Neufassung der gesetzlichen Grundlagen für Bildungseinrichtungen, z.B. des sächsischen Hochschulgesetzes
Abkehr von Wettbewerbs- und Verwertungslogik
Bildung verkommt nicht nur zu Ware – sie wird zu einem Mittel zum Zweck degradiert, welches auf einen nicht vorhandenen Mark ausgerichtet ist und arbeitsmarktfähige Effizienz zum obersten Ziel erklärt. Dabei werden Menschen auf unmenschliche Art und Weise diszipliniert, kontrolliert und zur Konformität gezwungen. So verlieren bereits junge Menschen jede kritische Reflexionsfähigkeit in der Auseinandersetzung mit den angebotenen Lehrinhalten und werden ihrer freien Entfaltung beraubt.
Deshalb fordern wir:
– Bildungseinrichtungen müssen ohne Beteiligung privater AkteurInnen garantiert und
vollumfänglich finanziert werden!
– Das Ende Leistungsorientierter Mittelvergabe
– die Abschaffung von Prüfungen und Noten als Leistungsvergleich bzw. konkurrenzorientierte Bewertungssysteme
– die Abkehr von auf Verwertung und Wettbewerb beruhenden Reformen wie des „Bologna-
Prozesses“ und sowie des achtjährigen Turboabiturs „G8“
– die Einstellung von Evaluationssystemen wie den PISA-Studien oder Rankings
Selbstbestimmtes Lernen
Das derzeitige Bildungssystem ist auf nahezu allen Ebenen autoritär orientiert und fördert dadurch passives Lernverhalten sowie die Entwicklung von Vermeidungsstrategien. Selbstbestimmtheit und Selbstorganisation in Lernprozessen und -strukturen sind Grundvoraussetzungen für Erkenntnisprozesse, die aus der Beziehung der Lernenden zum Lernstoff heraus motiviert sind und nicht durch Belohnungen oder Strafen von außen. Solche Erkenntnisprozesse sind für eine kritische gesellschaftliche Teilhabe unerlässlich.
Daher fordern wir:
– die Abschaffung von Kontrollmechanismen wie Anwesenheitslisten, Teilnahmebeschränkungen und Seminarrauswurf u.a. durch die Rücknahme der Oberstufenreform in Sachsen
– die Schaffung von Raum für eigenes Denken, Selbstorganisation und Kritik an den
Verhältnissen
– Etablierung offener, selbstbestimmter und alternativer Bildungskonzepte anstelle von Fremdbestimmung durch Lehrende
– Transparenz von Erziehungskonzepten und Einbeziehung von allen Beteiligten, auch Kindermeinungen
– die Abkehr von “Workload”-Erfassungen, Frontalunterricht und Sanktionen bei vorgeblichem “Fehlverhalten” oder “falschen Meinungen”
Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen
Nur mit einer deutlichen Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen kann eine Bildungsreform realisiert werden, was eine bessere staatliche Finanzierung von Bildung unumgänglich macht. Dabei darf der Staat auf keinen Fall die Verantwortung für Bildungsfinanzierung an Dritte abgeben, die zwangsläufig eigene Interessen verfolgen.
Deshalb fordern wir:
– mehr Lehrpersonal und kleinere Lerngruppen
– die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse
– ein deutlicher Ausbau der Budgets für Lern- und Lehrmaterialien
– Öffnung der Bildungsinstitutionen für Angebote außerhalb des herkömmlichen Bildungskanons
– die Förderung aller Lernenden statt einseitiger Elitenbildung bspw. durch die Exzellenzinitiative
– die Finanzierung alternativer und demokratischer Bildungskonzepte